Stockkampf
Seminare beim Wing Chun Zentrum Deutschland (WCZD)
Stockkampfseminar
Stockkampf ist eine Bezeichnung für verschiedene Kampfsportarten und Kampfkunststile, bei denen ein kurzer oder langer Stock (oder Stab) als Waffe eingesetzt wird.
In zahlreichen chinesischen Kampfkunststilen werden Stöcke als Waffe eingesetzt. Bekannt sind insbesondere die Stocktechniken des Shaolin Kung Fu und des Wing Chun.
Im traditionellen Wing Chun existieren zwei Waffenformen:
- Der Langstock (Luk Dim Bun Guan / Luk Dim Ban Kwun)
und
- Die Doppelmesser (Pa Cham Dao / Bart Cham Dao)
Die Stockkampftechniken die im Wing Chun Zentrum Deutschland unterrichtet werden, sind aus den phillipinischen Stockkampfkünsten (Arnis, Escrima, Kali) entliehen.
In einem Großteil der südostasiatischen Kampfkünste erlernen Schüler erst den verantwortungsvollen Umgang und die Verteidigung mit Waffen und dann erst den unbewaffneten Kampf.
Zumeist werden mit etwa 70 cm langen Stöcken aus Rattanholz Doppel- und Einzelstocktechniken trainiert. Bei fortgeschrittenen Schülern werden die Prinzipien des Stockkampfes auf andere Aspekte der Kampfkunst ausgeweitet.
Auch im traditionellen phillipinischen Stockkampf geht es nicht nur um die Verteidigung unter Zuhilfenahme von Waffen, auch die Stockkampfkünste beinhalten Techniken zum Schlagen, Treten, Hebeln und Würgen.
Der Stockkampf als hauptsächlich bewaffnete Kampfkunst, in welcher der Fokus auf Stock- und Klingentechniken (Doppelschwert-, Speer-, Schwert- und Schild sowie Messer) liegt, verwendet man während des Trainings in erster Linie Messerimitate und Kurzstöcker.
Geübt wird u. a. mit Holzstöcken verschiedener Dicke, Länge und Schwere. Für die Demonstration von Schwerttechniken werden in Deutschland auch stumpfe Klingenwaffen eingesetzt. Auf den Philippinen hingegen trainieren Meister der Kunst bis zum heutigen Tage mit echten Klingen.
Es werden neben der waffenlosen Anwendung Prinzipien mit folgenden Waffenarten trainiert:
- Stock (aus Rattan, ca. 70 cm, Einzel- oder Doppelstock, d. h. mit zwei Stöcken)
- Messer
- Alltagsgegenstände (kleine Gegenstände wie z. B. Kugelschreiber oder Füllfederhaler, flexible Gegenstände wie z. B. Gürtel, Handtuch)
- Klingenwaffen (wie z. B. Bolo-Macheten; werden im Training meist mit dem Stock "simuliert")
- Kombinationen der obigen Waffen (z. B. Espada y Daga - Stock/Schwert und Messer)
Die Verwendung des zum Training benutzten Rattanstocks kann in drei Teilen beschrieben werden. Im Folgenden wird die gängigste Haltung erläutert. Neben ihr existieren allerdings noch andere Griffarten des Kampfstockes.
Am unteren Drittel wird der Stock gehalten, zwischen Stockende und Hand wird eine Handlänge Platz gelassen. Dieses Ende wird Butt (oder Punyo) genannt und wird auf kurze Distanzen eingesetzt.
Mit dem mittleren Teil des Stockes wird bei Modern Arnis geblockt.
Das obere Drittel des Stockes dient zum Angriff, es wird versucht mit der Spitze den Gegner zu treffen, da hier die Aufschlagswucht und die Reichweite am größten ist.
Stockkampf ist eine der seltenen Kampfkünste, deren Ausgangspunkt der Einsatz von Waffen ist. Die Waffe kann als Verlängerung des Körpers betrachtet werden und wird mit zunehmendem Können nicht mehr als Fremdkörper empfunden. Techniken gibt es z. B. für den Kampf mit zwei Stöcken, mit einem Stock und einem Dolch , mit einem Stock oder ohne Waffen gegen einen bewaffnete Angreifer.
Einige waffenlose Techniken zielen darauf ab, sich eine Waffe zu beschaffen, indem man dem Gegner seine Waffe entreißt. Die meisten waffenlosen Techniken stammen ursprünglich von den Waffentechniken. Auch sehr kurze Stöcke, kaum länger als eine Hand breit, kommen zum Einsatz.
Heute geht es im Stockkampftraining u. a. darum, verschiedene Aspekte des Waffenkampfes zu behandeln; Entwaffnungstechniken, sowie andere Möglichkeiten der Verteidigung gegen Angriffe mit und ohne Waffen gehören ebenso zum Repertoire wie letztlich auch die waffenlose Umsetzung der Kampfprinzipien und Strategien. Durch die Sicherheit im Umgang mit den unterschiedlichsten Gegenständen wie z. B. Kurz- und Langstock, Schwert und Messer wird das höchste Ziel erreicht: die Angst vor einem bewaffneten Gegner zu verlieren – denn selbst Dinge des täglichen Gebrauchs, wie Regenschirm oder sogar Kugelschreiber können wirkungsvoll als Waffe eingesetzt werden.
Durch Benutzung eines Gegenstandes muss der Kraft und dem Gewicht des Gegners keine allzu große Bedeutung beigemessen werden – entscheidend ist die Geschicklichkeit im Umgang mit der Waffe. In unseren Regionen ist des Weiteren die Tanzvariante verbreitet. Hier werden, unter anderem im Theaterbereich, Musikstücke verwendet, zu denen dann zuvor vorgegebene Schlagabfolgen gespielt werden.
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